Haben Sie bereits Angebote von verschiedenen Dienstleistern wie beispielsweise Call-Centern vorliegen und möchten diese vergleichen? Um den Anbieter mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis zu identifizieren, können Sie einen Angebotsvergleich mit Hilfe einer Nutzwertanalyse durchführen.

Folgend finden Sie die Nutzwertanalyse einfach erklärt. Außerdem zeigen wir Ihnen auf, welche Schritte Sie gehen müssen, um eine Nutzwertanalyse in Excel zu erstellen, zu befüllen und anschließend richtig auszuwerten. Dabei können Sie sich wertvolle Zeit sparen, indem Sie unsere kostenlose Vorlage für den Angebotsvergleich von verschiedenen Anbietern wie z. B. Call-Centern nutzen.

Definition:
Was ist eine Nutzwertanalyse?

Bei der Nutzwertanalyse, auch Scoring-Modell genannt, handelt es sich um eine Bewertungsmethode. Sie findet vor allem Anwendung, wenn mehrere Alternativen miteinander verglichen werden sollen, um schließlich eine (betriebs-)wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen.

Die Nutzwertanalyse eignet sich besonders dann, wenn nicht nur quantitative Faktoren wie Preise und andere Konditionen, sondern auch qualitative Faktoren wie Fähigkeiten und Ausstattung eines Anbieters eine entscheidende Rolle spielen. Daher kommt sie oft auch beim Vergleich von Angeboten von externen Dienstleistern wie bspw. Call-Centern im Rahmen eines geplanten Outsourcings zum Einsatz.

Nutzwertanalyse vs. Bewertungsmatrix
- Gibt es einen Unterschied?

Die Nutzwertanalyse dient als Entscheidungshilfe, indem verschiedene Alternativen (z. B. Dienstleister) übersichtlich miteinander verglichen werden. Dazu werden Bewertungskriterien festgelegt und gewichtet und die erwähnten Alternativen anhand der Kriterien bewertet. All diese Informationen werden in Form einer Tabelle, einer sogenannten Bewertungsmatrix, zusammengetragen. Diese Bewertungsmatrix kann somit als Teil und Werkzeug der Nutzwertanalyse gesehen werden.

Ihre kostenlose Vorlage einer Bewertungsmatrix

Möchten Sie sich das aufwendige Erstellen einer eigenen Bewertungsmatrix sparen? Wir haben für Sie eine Excel-Vorlage entwickelt, mit der Sie Ihre Nutzwertanalyse mit minimalem Aufwand durchführen können.

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Schritte bei der Nutzwertanalyse

Die Vorgehensweise beim Erstellen einer Nutzwertanalyse bzw. Bewertungsmatrix richtet sich für gewöhnlich immer nach dem selben Muster:

Definition der Bewertungskriterien
1
Festlegung der Gewichtung
2
Bewertung der Kriterien
3
Finale Auswertung
4

1. Definieren Sie die Bewertungskriterien
für Ihre Nutzwertanalyse

Um eine Nutzwertanalyse durchführen zu können, müssen Sie im ersten Schritt die Bewertungskriterien, anhand derer der Vergleich stattfinden soll, festlegen. Dabei kann es sich um die unterschiedlichsten Faktoren handeln.

Bleiben wir beim Beispiel des Angebotsvergleichs von Call-Centern für ein Outsourcing-Projekt: Hier können neben dem Preisangebot Themen wie der kulturelle Fit mit dem potenziellen künftigen Geschäftspartner, dessen Fähigkeiten, Referenzen oder auch die geplante Umsetzung eine Rolle spielen.

Sammeln und definieren Sie all diese Faktoren, ergibt sich ein Kriterienkatalog, den Sie in die Bewertungsmatrix übertragen können. Für eine bessere Übersicht können Sie Ihre Kriterien auch in Themenabschnitte unterteilen und Über- und Unterkriterien definieren.

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2. Legen Sie eine Gewichtung für die
verschiedenen Bewertungskriterien fest

Im nächsten Schritt sollten Sie die gewählten Bewertungskriterien nach ihrer Wichtigkeit für die Entscheidung gewichten. Diesen Schritt können Sie auslassen, wenn Ihnen alle Kriterien gleich wichtig sind.

Bei der Festlegung der Gewichtung gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen:

  • Verteilen Sie die Gewichtung prozentual, indem jedes Kriterium einen Wert zwischen 1% (= unwichtig) und 100% (= sehr wichtig) erhält. Die Summe aller vergebenen Werte muss 100% ergeben.
  • Greifen Sie auf eine einfachere Methode der Gewichtung zurück, indem Sie jedem Kriterium einen Punktwert von bspw. 1 (= unwichtig), 2 (= wichtig) oder 3 (= sehr wichtig) geben und somit die Relevanz bestimmen.

In unserer Excel-Vorlage für den Anbietervergleich mit Nutzwertanalyse gibt es aber beispielsweise auch rein informative Kriterien ohne Punktwert. Im Vergleich des Preisangebots haben wir ebenfalls keine Gewichtung angedacht. 

Zur Excel-Vorlage

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3. Bewerten Sie die verschiedenen
Alternativen gemäß Ihrer gewählten Kriterien

Nachdem Sie die für Sie wichtigen Kriterien definiert und gewichtet haben, geht es nun an die Bewertung. Um für eine möglichst große Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu sorgen, sollten Sie der Bewertung in Form einer Punktzahl auch eine kurze Begründung hinzufügen.

Um Ihre Bewertung möglichst strukturiert anzugehen, nehmen Sie sich am besten eine Alternative, also z.B. ein Angebot nach dem anderen vor. Gehen Sie dann Kriterium für Kriterium durch und überlegen Sie sich, inwiefern der Dienstleister das Kriterium erfüllt und wie gut.

Bei der Bewertung richten Sie sich nach einer Bewertungsskala und vergeben bspw. Punkte von 0 (= sehr schlecht) bis 5 (= sehr gut). Weshalb Sie ein Angebot bei einem Kriterium als schlecht oder gut einordnen, notieren Sie sich in der Spalte "Begründung".

grafik_bewertungsmatrix_nutzwertanalyse_bewertung

4. Werten Sie Ihre Nutzwertanalyse aus

Am Ende der Nutzwertanalyse sollen Gesamtnutzwerte stehen. Diese machen es Ihnen einfach, die Alternativen bzw. Angebote miteinander zu vergleichen und eine möglichst objektive und nachvollziehbare Entscheidung für eines der Angebote zu treffen: Das Angebot mit dem höchsten Gesamtnutzwert hat am besten abgeschnitten und ist damit der "Gewinner" Ihrer Nutzwertanalyse.

Die einzelnen Nutzwerte berechnen Sie, indem Sie für jedes Bewertungskriterium (BK) die Gewichtung mit der Bewertung multiplizieren. Der Gesamtnutzwert pro Themenabschnitt oder Angebot ergibt sich aus der Summe der einzelnen Nutzwerte.

Zur Berechnung können Sie folgende Formel verwenden:

  • Gesamtnutzwert = (Gewichtung BK 1 x Bewertung BK 1) +
    (Gewichtung BK 2 x Bewertung BK 2) + usw.
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Die Summe der Bewertungskriterien multipliziert mit ihren jeweiligen Gewichtungen ergibt in diesem Beispiel einen Gesamtnutzwert von 34 für Alternative 1.

Eine solche Auswertung führen Sie nun für jede der Alternativen durch. Die Gesamtnutzwerte zeigen Ihnen dann auf, für welche Alternative Sie sich entscheiden sollten.

Im nachfolgenden Beispiel macht Alternative 1 mit einem Gesamtnutzwert von 34 das Rennen. Alternative 3 landet mit einem Gesamtnutzwert von 26 auf Platz 2. Alternative 2 sollten mit einem Gesamtnutzwert von 13 nicht in Betracht ziehen.

grafik_bewertungsmatrix_nutzwertanalyse_vergleich

Warum sollten Sie die Nutzwertanalyse durchführen? Vor- und Nachteile

Vorteile Nachteile
  • Neben monetären Einflussfaktoren auch Berücksichtigung qualitativer Faktoren
  • Transparente Entscheidungsfindung, die einfach nachvollzogen werden kann
  • Klares Zahlenergebnis als einfache Entscheidungshilfe
  • Subjektive Festlegung der Gewichtung und Bewertung
  • Sehr arbeits- und zeitintensiv
  • Kann beim Einbeziehen vieler Bewertungskriterien schnell unübersichtlich wirken

 

Nutzen Sie unsere Excel-Vorlage inkl. Beispiel für Ihre Nutzwertanalyse

Damit Sie Ihre Nutzwertanalyse mit möglichst geringem Aufwand durchführen können, haben wir für Sie ein Bewertungsmatrix-Template erstellt:

  • Darin finden Sie bereits einen für den Vergleich von Call-Center-Angeboten entwickelten Kriterienkatalog und können bis zu fünf Angebote bewerten und miteinander vergleichen.
  • Neben der Bewertungsmatrix stellen wir Ihnen außerdem eine Ergebnistabelle, die die automatisch berechneten Nutzwerte übersichtlich darstellt, zur Verfügung. So sparen Sie beim Angebotsvergleich von Call-Centern und anderen Anbietern wertvolle Zeit.